Am 28.05.2026 besuchten wir als Netzwerk Neue Nachbarn eine Schule in Werder/Havel OT Glindow. Im Rahmen des Unterrichtes Gesellschaftswissenschaften wurde das Thema Migration bearbeitet. Um dieses Thema für Schüler der 8. Klasse möglichst aktuell und praxisnah zu gestalten, war es der Wunsch von Menschen mit einer Fluchtgeschichte zu hören, was sie erlebt haben und wie es ihnen in Werder bzw. im Land Brandenburg geht. Was sie vermissen und wie sie sich ihre Zukunft vorstellen.
Wir sind der Einladung des Lehrers und der Schüler gern gefolgt. Ein junger Familienvater aus dem Sudan. Eine Mutter aus Syrien und eine Mutter aus Georgien, die in Werder leben bzw. arbeiten, erzählten den Schülern, warum sie ihre Heimat verlassen haben bzw. verlassen mussten, wie lange sie schon in Deutschland leben, was sie glücklich macht, und wofür sie dankbar sind. Sie berichteten auch, was sie vermissen, was ihnen Sorgen und Ängste bereitet.
Die Schüler hatten viele Fragen, unsere – Neuen Nachbarn – beantworteten diese sehr gern.
Die Zeit der beiden Schulstunden verging viel zu schnell. Vielen Dank für diese Einladung und freundlich interessierte Aufnahme in der Klasse.
gez. Gudrun Lehmann
Gründungsmitglied NNNW
Ein Fest der Begegnung: Gemeinsames Grillen zum Opferfest in Werder
Das wunderschöne Sommerwetter in Werder an der Havel hätte für unser diesjähriges Treffen zum Opferfest kaum besser sein können! Auf Einladung einer herzlichen Gastgeberin öffnete sich ein privater Garten in Werder für einen ganz besonderen Nachmittag voller Austausch, Lachen und Gemeinschaft.
In entspannter Atmosphäre kamen drei sudanesische Familien, eine jemenitisch-deutsche Familie sowie VertreterInnen des Netzwerks „Neue Nachbarn“ zusammen. Bei bestem Grillwetter wurden nicht nur kulinarische Köstlichkeiten geteilt, sondern vor allem Geschichten, Erfahrungen und jede Menge gute Laune.
Es war ein herrlicher und rundum gelungener Tag, der einmal mehr gezeigt hat, wie bereichernd das nachbarschaftliche Miteinander und der interkulturelle Austausch für unsere Gemeinschaft in Werder sind. Ein riesiges Dankeschön an die wunderbare Gartenbesitzerin für ihre Gastfreundschaft und an alle, die diesen Tag zu so einem schönen Erlebnis gemacht haben!
Zu Besuch bei einer ehemaligen Bewohnerin der GU in ihrer ersten eigenen Wohnung
Im April gab es einen ganz besonderen Grund zur Freude: Gemeinsam mit einigen Frauen aus der Gemeinschaftsunterkunft (GU) wurden wir von einer ehemaligen Bewohnerin und ihren beiden erwachsenen Töchtern eingeladen. Die Familie hat nach sehr langer und intensiver Suche endlich den Sprung in die eigenen vier Wände geschafft – in eine schöne Wohnung mit Balkon in Potsdam. Dass dieser Traum Wirklichkeit wurde, ist nicht zuletzt dem großartigen Zusammenhalt und der vereinten Unterstützung aller erwachsenen Familienmitglieder zu verdanken.
Wir Gäste wurden unglaublich herzlich empfangen und mit köstlichen, traditionellen Speisen aus der Heimat der Familie bewirtet. In gemütlicher Runde erzählten sie uns ausführlich von ihren ersten Schritten im neuen Alltag: vom Umgang mit den Behörden über die Ummeldung bis hin zu den verschiedenen Antragstellungen. Die Freude über das Wiedersehen in der neuen Umgebung war riesig, und alle waren sich einig: Der Kontakt soll auch in Zukunft eng bleiben.
So schön dieser Erfolg ist, so sehr führt er auch vor Augen, wie angespannt der Wohnungsmarkt ist. Viele Familien in der GU wünschen sich sehnlichst den Umzug in ein eigenes Zuhause. Doch trotz der tatkräftigen Unterstützung durch die Mitarbeiterinnen der GU, uns Ehrenamtliche und eine Mitarbeiterin vom Auszugsmanagement des Landkreises gelingt es nur wenigen, eine eigene Wohnung zu finden. Dies liegt u. a. daran, dass es kaum bezahlbaren Wohnraum für große Familien gibt und die meisten Familien wegen der Anbindung an Schule und Kita gerne in Werder und Umgebung bleiben möchten.
Umso wertvoller sind Momente wie dieser Besuch – sie schenken Hoffnung und zeigen, dass sich das Durchhalten lohnt.
Alle Jahre wieder Baumblütenumzug in Werder/Havel 2026
02.05.2026, herrliches Sommerwetter in der gesamten Baumblüten Woche und so auch zum traditionellen Baumblütenumzug der Vereine und Initiativen in Werder/Havel.
Gemeinsam mit dem Weltoffenen Werder waren wir als Netzwerk Neue Nachbarn dabei.
Seit nun 10 Jahren engagieren sich die Ehrenamtlichen des Netzwerkes Neue Nachbarn Werder (NNNW) für geflüchtete Menschen, die in Werder/Havel ein neues zu Hause, Schutz und Existenz suchen.
Daher nahmen auch einige unserer Familien aus Syrien, der Türkei, aus dem Sudan, aus dem Jemen, aus Afghanistan und weiteren Ländern gemeinsam mit uns am Baumblütenumzug teil.

Der bunte und friedliche Umzug macht Hoffnung, dass sich in Werder Vielfalt und Weltoffenheit weiterhin festigen und als Bereicherung unseres Lebens gesehen wird.
gez. Gudrun Lehmann
Gründungsmitglied des NNNW
Gemeinsames Abendessen im Wohnverbund in der Schubertstr.
Am Donnerstag, den 18.12.2025, haben Ellen und ich uns gemeinsam mit einigen Frauen und ihren kleinen und großen Töchtern getroffen, um zusammen zu essen, sich auszutauschen und später zu tanzen. Wir waren insgesamt 25–30 Personen. Ellen hat den großen Tisch im Raum neben der Security gemütlich hergerichtet, und die Frauen haben tolle Gerichte aus ihren Heimatländern gekocht und aufgetischt. Dazu gab es Fanta, Cola, Wasser und Tee. Wir hatten endlich mal wieder die Gelegenheit, uns gemütlich zu unterhalten.

Es war ein buntes Gemisch aus vielen Sprachen wie Persisch, Arabisch, Kurdisch, Türkisch, Englisch und Deutsch. Wir unterhielten uns über Kinder, Schule, Gesundheit und Frauenthemen ebenso wie über Deutschkurse, Job- und Ausbildungssuche, die baldigen Ferien und vieles mehr. Wir tauschten Erfahrungen aus und gaben Tipps weiter.
Anschließend haben wir das Geschirr abgeräumt und die Tische beiseitegestellt, um Platz zum Tanzen zu haben. Mithilfe eines Lautsprechers haben die Frauen landestypische Musik, u. a. aus Afghanistan, Syrien, dem Sudan und der Türkei, ausgewählt. Und schon ging es los: Alle haben begeistert getanzt. Zum Schluss hatten die jungen Mädchen die Gelegenheit, auch nach moderner Diskomusik zu tanzen.
B. Titze
Weitere Unterstützung für ukrainische Familien
Das Netzwerk Neue Nachbarn Werder hält weiterhin Kontakt zu ukrainischen Familien. Wir haben erfahren, dass mit Beginn der kalten Jahreszeit warme Wintersachen willkommen sind. Da durch diesen anhaltenden furchtbaren Krieg weiterhin Familien ausgebombt werden und dadurch alles verlieren, wird vieles gebraucht.
Durch eine Privatinitiative in Potsdam werden Pakete direkt in die Ukraine gebracht und dort per Post weiter versandt. Diese Möglichkeit haben wir in den letzten Jahren schon mehrfach genutzt, so auch aktuell. Wir bekommen zeitnah ein Feedback, wenn alles angekommen ist.
Editha bringt Pakete zur Sammelstelle Potsdam

In der Ukraine angekommen
gez. Gudrun Lehmann
Netzwerk Neue Nachbarn Werder
Eine Woche ganz im Zeichen der Weltoffenheit und Toleranz in Werder(Havel)
Wie jedes Jahr setzen demokratisch denkende und handelnde Bürger ein Zeichen.
In der Woche vom 19.09. bis 28.09.2025 wurde durch das Aktionsbündnis für ein
Weltoffenes Werder eine Woche voller interessanter Veranstaltungen organisiert.
https://www.weltoffenes-werder.de/aktionswoche/aktionswoche-weltoffenes-werder-2025/
Der Höhepunkt war das Abschlussfestival am 27.09.2025 auf dem Marktplatz der Insel
Werder. Wir als Netzwerk Neue Nachbarn Werder haben uns mit einem Kuchenstand und internationalem Food (Sudan) beteiligt.
Ein tolles buntes Programm hat viele Werderaner Familien und Gäste angelockt. Mit
Unterstützung einiger Frauen und Sozialarbeiterinnen aus der Gemeinschaftsunterkunft und Familien, die in Werder leben, konnten internationale Leckereien angeboten werden. Diese wurden von den Gästen gern angenommen.
Es war eine friedvolle und interessante Woche. Danke an alle, die dazu beigetragen haben. Möge der friedliche, tolerante Gedanke in dieser Woche sich weiter verbreiten und Hass und Hetze besiegen.
gez. Gudrun Lehmann
Netzwerk Neue Nachbarn Werder


Ein wunderschöner Ausflug zur Pflaumenernte
Am Freitag, den 18. Juli 2025, machten wir uns bei strahlendem Sonnenschein auf den Weg zur Pflaumenernte. Eine Nachbarin hatte uns eingeladen, in ihrem weitläufigen Garten Pflaumen zu ernten, ein Angebot, das begeistert angenommen wurde. So waren wir eine fröhliche Gruppe Frauen aus der Gemeinschaftsunterkunft mit ihren Kindern, bereit für einen Nachmittag im Grünen.

Auf Anregung der Nachbarin legten wir große Tücher unter die prall gefüllten Pflaumenbäume. Gemeinsam schüttelten wir kräftig die Äste und schon purzelten die reifen Früchte direkt auf die ausgebreiteten Tücher. Das Einsammeln in unsere Körbe und Taschen war danach ein Kinderspiel, bei dem auch die Kinder eifrig mithalfen. Diesen Vorgang wiederholten wir mehrfach, sodass wir am Ende kiloweise Früchte mit nach Hause nehmen konnten. Zwischendurch naschten wir immer wieder von den saftigen Pflaumen.

Nach getaner Arbeit konnten sich die Kinder auf den Spielgeräten im Garten austoben, während die Mütter die entspannte Atmosphäre genossen.

Leider verging die Zeit viel zu schnell. Schweren Herzens verabschiedeten wir uns um 18:00 Uhr von unserer Nachbarin und bedankten uns herzlich für die herzliche Gastfreundschaft und den unvergesslichen Nachmittag.
Schon in wenigen Wochen dürfen wir wiederkommen, diesmal zur Apfelernte. Darauf freuen wir uns schon riesig!
Der Rückweg war etwas beschwerlich, da die gut gefüllten Körbe und Tüten ganz schön schwer waren, aber die Freude über die reiche Ernte überwog bei Weitem.
Bärbel Titze
Gemeinschaft leben – Rückblick auf den Mai und unsere gemeinsamen Momente
Das politische Geschehen in Deutschland und in der Welt hält uns alle oft in Atem – ja, das ist so. Umso wichtiger ist es, regelmäßig kleine gemeinschaftliche Events zu organisieren.
Sie helfen uns, zu erkennen, wer unsere Freunde sind und auf wen man sich verlassen kann. Solche Momente zeigen uns, dass wir selbst es in der Hand haben, Freundlichkeit, Toleranz und ein echtes Miteinander zu leben.
So haben wir im Mai gemeinsam unter anderem am Baumblütenumzug in Werder teilgenommen.


Unser kleines Theater „Comedie Soleil“ hat das wunderbare Kinderprogramm „Pony im Koffer“ aufgeführt. Viele Familien aus der Gemeinschaftsunterkunft sowie weitere Familien aus Werder waren begeistert.
Wir danken dem Landkreis Potsdam-Mittelmark herzlich – durch die Fördermittel zur Integration konnten wir vielen Kindern dieses besondere Erlebnis ermöglichen.

Geplant ist weiterhin im Mai ein Besuch im Museum Barberini in Potsdam sowie ein Besuch im Landtag Brandenburg.
Gern kommen wir auch regelmäßig zum Frauenfrühstück in der Gemeinschaftsunterkunft in der Schubertstraße zusammen, um uns auszutauschen und zu vernetzen.
Unser Dank gilt allen – ob haupt- oder ehrenamtlich engagiert –, die auch in herausfordernden Zeiten so viel geben, um Menschlichkeit erlebbar zu machen.
gez. Gudrun Lehmann
Netzwerk Neue Nachbarn Werder
Offener Brief des Netzwerkes Neue Nachbarn Werder
In den letzten Monaten haben sich die Vorfälle fremdenfeindlicher Übergriffe in Werder (Havel) besorgniserregend gehäuft. Besonders Frauen und Kinder geflüchteter Familien, die auf der Jugendhöhe wohnen, wurden wiederholt an der Bushaltestelle Gluckstraße und in der Innenstadt verbal und physisch angegriffen. Trotz dieser erschütternden Erfahrungen haben sich viele Betroffene aus Angst vor weiteren Konsequenzen bisher nicht zur Anzeige entschlossen.
Das Netzwerk Neue Nachbarn Werder fordert die Stadtverordneten und die Bürgermeisterin auf, diese Entwicklung nicht zu ignorieren und sich aktiv gegen Fremdenfeindlichkeit einzusetzen. Wir müssen dafür sorgen, dass Werder weiterhin als weltoffene und lebenswerte Stadt für alle ihre Bewohner*innen gilt.
Der vollständige offene Brief ist hier als PDF verfügbar:
